Spezielle Themen der Psychotraumatologie

 

Umgang mit traumatisierten Menschen mit Demenz

Das Wichtigste in Kürze

In diesem Modul steht die Beziehungsdynamik in der Arbeit mit Traumaopfern im Vordergrund. Es werden Strategien der Beratung vermittelt und der Umgang mit unterschiedlichen Formen der Traumatisierung an Beispielen aus der Praxis illustriert. Weitere Inhalte des Moduls sind:

Nächstmöglicher Termin: 15./16. September 2017
Dozent: Raymond Scheer

 

Trauma und Sexualität

Das Wichtigste in Kürze

Inzwischen gibt es eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach es in frühen Entwicklungsstadien durch überfordernde Umweltbedingungen zu „biologischen und psychischen Narben“ kommen kann, welche die spätere Stressempfindlichkeit und damit die Vulnerabilität für eine ganze Reihe psychischer und psychosomatischer Erkrankungen erhöhen. Vor allem sexueller Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung sind ein Thema zwischen Überschätzung und Vernachlässigung. Menschen mit sexuellen Gewalterfahrungen können in ihrem Erwachsenenalter die verschiedensten Symptome aufweisen, welche eine gesunde und zufriedenstellende Sexualität beeinflussen oder sogar verunmöglichen. In diesem Spezialmodul werden Erklärungsmodelle sowie therapeutische Ansätze vorgestellt und diskutiert.

Dozent: Bernd Frank, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Termin: 17./18. November 2017

 

Geistige, psychische und körperliche Behinderung – ein Einblick in die Traumapädagogik und Traumatherapie

Das Wichtigste in Kürze

Vor allem bei Menschen mit einer Intelligenzminderung werden Traumafolgestörungen in der Praxis übersehen und nicht diagnostiziert. In der Folge bleiben dann auch die nötigen Hilfs- bzw. Therapieangebote aus. Dies, obwohl bekannt, dass gerade bei diesen Menschen das Risiko z.B. körperliche oder sexuelle Gewalt zu erleben, viel grösser ist als bei Menschen ohne Intelligenzminderung. Auch bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die Jahrzehnte in Einrichtungen leben, bleiben Traumafolgestörungen oft unentdeckt. Dass viele traumatisierte Menschen „unerkannt“ auch im stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Setting leben, ist inzwischen durch die Forschung belegt. Als Basis für die Betreuung in Wohnheimen und/oder Kliniken bietet die Traumapädagogik vielversprechende Ansätze – nicht nur für diese Klientel. Im 1. Teil des Moduls werden die wichtigsten Grundlagen und Forschungsergebnisse zum Thema «Trauma» vermittelt, im 2. Teil werden Grundzüge der Traumapädagogik vermittelt, wie „Ein sicherer Ort“, „Der gute Grund“.

Anhand von Fallbeispielen zeigen die Referenten auf, hinter welchen Symptombildern sich komplexe Traumafolgestörungen verbergen können und welche positiven Effekte eine Trauma-informierte Grundhaltung und die entsprechenden Vorgehensweisen in der praktischen Arbeit mit Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen, auch infolge psychischer Erkrankungen, haben kann.

Dozenten: Prof. Dr. Ulrich Elbing und Dipl. Psych. Birgit Mayer

Termin: 20./ 21. April 2018

Gefangen im Krieg – klinische Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen

Das Wichtigste in Kürze

Nach Angaben des UN Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind zur Zeit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht aus Kriegsgebieten, vor politischer Unterdrückung und ethnischer oder politischer Verfolgung und Armut. Allein seit Beginn des Jahres 2016 kamen über 80.000 Flüchtlinge und Migranten über den Seeweg nach Europa.

Flüchtlinge sind zumeist in der Heimat und auf der Flucht schwer traumatisiert worden – ihre Erfahrungen hinterlassen nicht nur tiefe Spuren in Ihrer Persönlichkeit, ihre Traumatisierungen werden oftmals wiederbelebet und reaktiviert in ihrem realen sozialen Leben. Für viele stehen subjektiv psychosoziale und psychoökonomische Schwierigkeiten im Vordergrund wie aufenthaltsrechtliche Probleme, soziale Isolation, Entwurzelung, Arbeitslosigkeit, fehlende ökonomische Perspektive.

Die psychotherapeutische und psychosoziale Arbeit mit schwer traumatisierten Flüchtlingen stellt eine besondere Herausforderung für alle Fachpersonen dar.

Wir sind als Therapeuten oder Beratende in der Beziehungsgestaltung sehr gefordert. Im Kurs werden wir unser eigenes Scham- und Schulderleben im Umgang mit depriviligierten Menschen und die Nähe-Distanzregulierung die herausfordert besprechen.

Die Arbeit in einem interdisziplinären Setting und eine transkulturelle Haltung, mit dem Fokus den Klienten in seiner Lebenswelt hier in der Schweiz zu erfassen, Therapie und Beratung mit Dolmetschern und traumainformiertes Arbeiten sind weitere wichtige Elemente in der Behandlung von Folter und Kriegsopfern und thematische Schwerpunkte des Kurses.

Fallvignetten von Teilnehmenden sind sehr willkommen und sollen zu einem besseren Verständnis verhelfen.

Dozent: Dr. med. Oliver Schwald
Nächstmöglicher Termin:  17./18. November 2017

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Traumatherapie und Traumapädagogik bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Das Wichtigste in Kürze

Die Zahl der Menschen auf der Flucht hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Seit dem zweiten Weltkrieg waren nie mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Verschiedene Studien zeigen, dass man davon ausgehen muss, dass jeder zweite Flüchtling minderjährig ist und diese Kinder und Jugendlichen zunehmend auch alleine flüchten. Nicht selten sind diese jungen Menschen einerseits durch Erlebnisse im Heimatland belastet, erleben potentiell Traumatisches während der Flucht und sind auch nach Ankunft in einem vermeintlich sicheren Asylland durch vielfältige postmigratorische Stressfaktoren zusätzlich belastet. Das kann das „Fass“ trotz der vielen Ressourcen schliesslich zum Überlaufen bringen. Damit nimmt auch die Häufigkeit potentiell traumatisierter Kinder und Jugendlicher zu und die Wahrscheinlichkeit, in beruflichem und/oder privaten Kontext mit traumatisierten minderjährigen MigrantInnen konfrontiert zu sein.

Marianne Herzog ist Traumapädagogin und arbeitet mit seelisch belasteten Kindern und ihrem Umfeld ganz bewusst pädagogisch – traumapädagogisch. Silvan Holzer ist Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Notfallpsychologe NNPN. Er arbeitet als Traumatherapeut am Ambulatorium für Kriegs-, Flucht- und Folteropfer in Bern. Neben der therapeutischen Behandlung dieser Kinder und Jugendlichen kann eine Unterstützung im Alltag durch traumapädagogische Handlungsweisen die Wirkung der Therapie unterstützen. Eine erste Stabilisierung durch Traumapädagogik ist aber auch möglich, bevor eine Therapie einsetzt. Dieses interdisziplinäre Miteinander von Therapie und Pädagogik ist sehr effizient und wird von den beiden Kursleitenden in einem spannenden Austausch vorgestellt.

In der Weiterbildung fokussieren wir auf die Auswirkungen der Symptome von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder Traumafolgestörungen auf die sozial-emotionale Beziehungsgestaltung des pädagogischen und alltäglichen Miteinanders. Wir überlegen was traumatisierten Kindern im schulischen Alltag helfen kann. Wie kann auf den einschneidenden Verlust von Vertrauen und Sicherheit eingegangen werden? Wie kann die Schule ein sicherer Ort sein? Welche Hilfsmittel eignen sich speziell gut im Umgang mit belasteten Kindern? Was können die Chancen, aber auch die Risiken und Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit sein? Schicken Sie ihre Fragen und Anliegen zum Thema bis zum 30.7. an folgende Adressen: silvan.holzer@redcross.ch und marianne.herzog@bluewin.ch

Nächstmöglicher Termin: 09./10. Februar 2018

DozentInnen: Marianne Herzog, Silvan Holzer

 

Trauer, Trauma, Schuld

Das Wichtigste in Kürze

Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeiter verschiedenster Dienste (Hospize, Trauerbegleitung, Beratungsstellen, Jugendämter u. ä.), die mit Traumatisierten und Trauernden konfrontiert sind.

Wenn Trauer, Trauma und Schuld zusammen kommen stellt dies die Begleitenden oft vor besondere Herausforderungen und spezielle Fragen. Innerhalb von Sekunden kann sich das Leben eines Menschen verändern, wenn er einen plötzlichen Tod miterleben muss. Unfälle, Mord, Suizid oder große Katastrophen – jedes Jahr kommen Tausende von Menschen durch einen unerwarteten Tod ums Leben. Sowohl die Betroffenen, für die die Welt still steht, als auch die außenstehenden Helfer, Freunde und Bekannte fühlen sich hilflos. Insbesondere bei plötzlichen Todesfällen spielt auch die Auseinandersetzung mit Schuldgefühlen und mit realer Schuld von außen eine übergeordnete Rolle. Werden diese Schuldfragen nicht oder nur ungenügend beachtet, kann dies für die Betroffenen, deren Familien und manchmal auch für das ganze Umfeld schwerwiegende Folgen haben.

In diesem Seminar werden die spezifischen Aspekte der Psychotraumatologie, von Trauerprozessen sowie der facettenreichen Schuldproblematik (irrationale/rationale Schuldgefühle, Schuld von außen) beleuchtet und in ihren Konsequenzen miteinander verwoben.

Inhalte: Welche Konsequenzen haben die Schnittstellen von Trauer, Trauma und Schuld auf die praktische Arbeit mit betroffenen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen? Wie können sich traumatische Erfahrungen auf den Trauerprozess auswirken?
Traumadynamik von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen?
Wie beeinflussen Schuld und Schuldgefühle den Trauerprozess?
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Betreuer, wenn sie mit Trauernden/Traumatisierten zu tun haben?Die Fortbildung ist praxisnah ausgerichtet.

DozentInnen: Dipl.-Psych. Thomas Weber

Nächstmöglicher Termin: 16./17. Februar 2018

 

Transgenerationale Traumatisierung

Das Wichtigste in Kürze

Erstaunlich ist es, wie sehr die unbewältigten traumatischen Erlebnisse früherer Generationen bzw. naher Angehörigen noch einen nachhaltigen Einfluss auf die Seele von Betroffenen haben können.

Die Weitergabe traumatischer Erfahrungen an die nächsten Generationen wird Gegenstand dieses Seminars sein. In einem problemorientierten Ansatz werden anhand von Fallbeispielen die bisherigen Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zu Weitergabemechanismen, Symptombildung und Behandlung, primär aus psychodynamischer, bindungstheoretischer und biologischer Hinsicht erarbeitet.

Leitung: Dr. med. Katherine Schlag und Oliver Christen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
Termin: 30. November/1. Dezember 2018

 

Einführung in die Myohydro-Therapie und ins OHG

Das Wichtigste in Kürze

Kerstin Murpf gibt am Freitagabend anhand von Beispielen aus der Praxis eine Einführung ins Opferhilfe-Gesetzt. Am Samstag findet die Einführung in die Myohydro-Therapie nach Rachl statt.

Die Myohydro-Therapie ist eine Ableitung der Myoreflextherapie nach Dr. med. Kurt Mosetter. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse aus Fachgebieten der Hochschulmedizin mit bewährten Erfahrungen aus der manuellen Medizin. Mit der Erweiterung des Blickwinkels der Physik und Biomechanik entstand ein effizientes und doch sehr sanftes Behandlungskonzept für eine Vielzahl von Schmerzzuständen im Zusammenspiel von Nerv-Muskel-Gelenk- und Knochen-Struktur. Im Kurs werden neben den theoretischen Kenntnissen Übungen aus der Myohydro-Therapie nach Rachl vorgestellt und geübt, die bei Patienten, aber auch zur Selbstfürsorge eingesetzt werden können.

DozentInnen: Markus Rachl und Kristin Murpf

Termin:06./0.7. April 2018

 

Erwerbslosigkeit und Trauma

Das Wichtigste in Kürze

Es werden psychische Folgen von Erwerbslosigkeit aufgezeigt, Kennzeichen der sozialen Situation mit Traumakonzepten in Zusammenhang gebracht und erklärende Konzepte diskutiert. Wie konkret traumatisierte, erwerbslose Menschen unterstützt werden können, wird anhand von Beratungssequenzen geübt.

Inhalte des Moduls sind:

Grundbegriffe der Psychotraumatologie

Erwerbslosigkeit als traumatische Erfahrung

Zielgruppe: Berufsgruppen, die mit Erwerbslosen konfrontiert sind (ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, RAV-Beraterinnen u.a.).

Das Seminar setzt sich zusammen aus einem theoretischen Teil, der durch Fallbearbeitung ergänzt wird. Die TeilnehmerInnen werden daher gebeten, auch eigene Fälle aus dem jeweiligen beruflichen Alltag mitzubringen.

Nächstmöglicher Termin: 13./14. April 2018
Dozentin: Prof. Dr. Rosmarie Barwinski

 

Schmerz verstehen
– Neurobiologie von Regulation und Schmerz

Das Wichtigste in Kürze

Der Mensch findet seine regulative Balance im Zusammenspiel aller Körperanteile. Das Nervensystem führt die Elemente zum kooperativen Miteinander und somit zu einem immerwährenden „Selbstdialog“ zusammen. Schmerz verstehen, heißt – auf Grundlage der neurobiologischen Funktionsprinzipien – eine polyperspektivische Betrachtung des Menschen zu etablieren. Psychisches und Körperliches wird dabei als eine untrennbare leib-seelische Einheit aufgefasst. Gleichzeitig wird hier das Postulat vertreten, dass jede Schmerzäußerung ein physiologisches Substrat im Gehirn besitzt.
So führt dieser Vortrag mit einmaligen Visualisierungen auf sehr anschauliche Weise durch eben dieses morphologische Substrat des Schmerzes, beschreibt die komplexen Prozesse der Selbstregulation und stellt zugleich Modelle vor, die Ansatzpunkte und mögliche Wirkeffekte (psycho-)therapeutischer Interventionen zu beschreiben suchen. Eine spannende Reise durch Hirn- und Körperwelten.

Nächstmöglicher Termin: 28./29. September 2018
Dozentin: Dr. phil. Damir del Monte
Spezialthema: Umgang mit traumatisierten Menschen mit Demenz
Spezialthema: Gefangen im Krieg – klinische Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen
Spezialthema: Trauma und Sexualität
Spezialthema: Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Traumatherapie und Traumapädagogik bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Spezialthema: Trauer, Trauma, Schuld
Einführung in die Myohydro-Therapie und ins OHG
Spezialthema: Erwerbslosigkeit und Trauma
Spezialthema: Geistige, psychische und körperliche Behinderung- ein Einblick in die Traumapädagogik und Traumatherapie
Stress, Trauma und Regulation in Psyche, Gehirn und Körper
Schmerz verstehen - Neurobiologie von Regulation und Schmerz
Spezialthema: Transgenerationale Traumatisierung