Neue Kurse

Präsenz und die Macht der Emotionen

(Anmeldung unter „Spezielle Themen der Psychotraumatologie“)

Zukünftige Herausforderungen erfolgreich meistern

In der interdisziplinären Zusammenarbeit treffen sich Psychologie und die Kunst der Kommunikation und Bewegung. Das Wissen um die Macht der Emotionen und der bewusste Umgang damit als auch die Übung in Aufmerksamkeit und Präsenz sind zukünftige Schlüssel in der Persönlichkeitsentwicklung, die in der Arbeit mit Menschen von Bedeutung sind.

Neue Erkenntnisse aus der Emotionsforschung legen nahe, dass ein gutes Leben nicht nur dem Zufall überlassen ist. Einen zusätzlichen Schwerpunkt bilden Kommunikation und Feedback: Die Sprache ist das Mittel für alle sozialen Kontakte und ist Teil unserer Persönlichkeit. Praktische Anregungen und Übungen stehen im Vordergrund.

Mit einem Basis-Training wird die Balance von Körper und Geist gefördert und der Fokus richtet sich auf den Aufbau von innerer Kraft und Vitalität. Das Training integriert traditionelle und zeitgenössische Body-Mind-Practices wie QiGong und Kampfkunst und bietet eine potente Übungspraxis für den (beruflichen) Alltag.

Inhalte:

Das Seminar richtet sich an Personen, welche im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Thema Präsenz und Kommunikation konfrontiert sind und persönliche Ressourcen entdecken wollen.

DozentInnen: Franz Holderegger, Psychologe FH/SPAP/Notfallpsychologe NNPN. Geschäftsleiter Krisenintervention Schweiz und Prof.

Kristin Guttenberg, ausgebildet in den Bereichen Performance-Künste, Körpertherapie, Sozialpädagogik und Führungswesen.

Termin: 27./28. März 2020; freiwilliges Training am Sonntag 29. März von 10-15 Uhr; (Anmeldung für den 29.3.20 bei franz.holderegger@kriseninterventionschweiz.ch)

 

wingwave zur Linderung von posttraumatischem Stress

(Anmeldung unter „Spezielle Themen der Psychotraumatologie“)

Posttraumatischer Stress kann sich durch zahlreiche Symptome zeigen, welche die Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken. wingwaveâ ist eine wirkungsvolle Methode zur Bearbeitung von überfordernden Stresserlebnissen. Klienten berichten oft bereits nach wenigen Sitzungen von einer Linderung.

Die Methode baut auf der bilateralen Hemisphärenstimulation auf. Mittels einer Grundintervention können REM(Rapid Eye Movement)-Phasen im Wachzustand simuliert werden. Über Muskelfeedback werden Stress auslösende Themen, welche das explizite Gedächtnis nicht abrufen kann, eruiert und bearbeitet. Insbesondere bei Ängsten, Phobien, körperlichem sowie psychischem Stress können mit wingwaveâ gute Resultate erzielt werden.

Im Seminar wird die Methode wingwaveâ vorgestellt und ein Basiswissen vermittelt. Anhand von praktischen Übungen können erste Erfahrungen gemacht und die Wirkung erlebt werden. Als Praktikerin vermittelt die Seminarleiterin zudem Erklärungsmodelle zur Wirkweise der Methode.

Dozentin: Catherine De Clercq ist Fachberaterin Psychotraumatologie; und wingwave-Trainerin. Termin: 14./15. August 2020

 

Neue Kurse zum Thema Migration und Flucht

(Anmeldung unter „Spezielle Themen der Psychotraumatologie“)

Migration und Trauma – transkulturelle und traumatherapeutische Kompetenzen in der Behandlung und Beratung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund

Das Wichtigste in Kürze

Der Kontakt in der Beratung von als fremd wahrgenommenen Menschen löst in vielen Fachpersonen Neugier aber auch Unbehagen, Unsicherheit und Hilflosigkeit aus. Stereotypen prägen zu Beginn oft von beiden Seiten den Kontakt und erschweren eine hilfreiche Begegnung. Darum werden wir unsere persönlichen Kulturbegriffe und wesentlichen kulturellen Werte, aber auch Stereotypien bewusst machen, mit dem Ziel unsere Handlungsfähigkeit zu stärken und eine transkulturelle Perspektive zu ermöglichen.

Neben wahrgenommener Fremdheit prägen weitere wesentliche Einflüsse die Behandlung und Beratung mit Menschen mit Migrationshintergrund:

Zum einen die Migration selbst, die sich auf die Gesundheit und die Lebenswelt unserer Klienten stark auswirkt. Unfreiwillige Migration, Asylverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen in denen sich unsere Klienten bewegen sind wichtige Parameter. Um die Lebenswelt unserer Klienten besser erfassen zu können, werden wir diese Einflüsse kennenlernen. Keilson spricht von der vierten traumatischen Sequenz in der sich Geflüchtete befinden, solange das Asylverfahren nicht abgeschlossen ist und noch keine rechtliche Sicherheit besteht. In dieser Phase besteht eine chronische Mangelsituation, die oft einen grossen Handlungsdruck erzeugt. Wir überlegen wie wir in unseren Arbeitsfeldern damit umgehen können.

Viele v.a. Geflüchtete berichten uns von erlebten Traumatisierungen und Menschenrechtsverletzungen im Heimatland oder während der Flucht. Wir werden ein traumainformiertes Vorgehen, das sich auf den Arbeitskontext der Kursteilnehmenden abstimmt, erarbeiten. Dabei kann je nach Vorwissen der Teilnehmenden das Erkennen und Einordnen von Traumafolgen und Distanzierungstechniken besprochen und geübt werden. Auch weitere spezifische Interventionen, die z.B. das oft grosse Misstrauen dieser Menschen und der Aufbau von Vertrauen aufnehmen, sollen im Vordergrund stehen.

Fallvignetten von Teilnehmenden sind sehr willkommen. Neben Theorievermittlung ist in diesem Kurs auch die Selbstreflexion sowie das Üben anhand von Rollenspielen und Kleingruppenarbeit vorgesehen.

Dozent: Dr. med. Oliver Schwald
Termin:  15./16. Mai 2020

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Traumatherapie und Traumapädagogik bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Das Wichtigste in Kürze

Die Zahl der Menschen auf der Flucht hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Seit dem zweiten Weltkrieg waren nie mehr so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Verschiedene Studien zeigen, dass man davon ausgehen muss, dass jeder zweite Flüchtling minderjährig ist und diese Kinder und Jugendlichen zunehmend auch alleine flüchten. Nicht selten sind diese jungen Menschen einerseits durch Erlebnisse im Heimatland belastet, erleben potentiell Traumatisches während der Flucht und sind auch nach Ankunft in einem vermeintlich sicheren Asylland durch vielfältige postmigratorische Stressfaktoren zusätzlich belastet. Das kann das „Fass“ trotz der vielen Ressourcen schliesslich zum Überlaufen bringen. Damit nimmt auch die Häufigkeit potentiell traumatisierter Kinder und Jugendlicher zu und die Wahrscheinlichkeit, in beruflichem und/oder privaten Kontext mit traumatisierten minderjährigen MigrantInnen konfrontiert zu sein.

Marianne Herzog ist Traumapädagogin und arbeitet mit seelisch belasteten Kindern und ihrem Umfeld ganz bewusst pädagogisch – traumapädagogisch. Silvan Holzer ist Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Notfallpsychologe NNPN. Er arbeitet als Traumatherapeut am Ambulatorium für Kriegs-, Flucht- und Folteropfer in Bern. Neben der therapeutischen Behandlung dieser Kinder und Jugendlichen kann eine Unterstützung im Alltag durch traumapädagogische Handlungsweisen die Wirkung der Therapie unterstützen. Eine erste Stabilisierung durch Traumapädagogik ist aber auch möglich, bevor eine Therapie einsetzt. Dieses interdisziplinäre Miteinander von Therapie und Pädagogik ist sehr effizient und wird von den beiden Kursleitenden in einem spannenden Austausch vorgestellt.

In der Weiterbildung fokussieren wir auf die Auswirkungen der Symptome von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder Traumafolgestörungen auf die sozial-emotionale Beziehungsgestaltung des pädagogischen und alltäglichen Miteinanders. Wir überlegen was traumatisierten Kindern im schulischen Alltag helfen kann. Wie kann auf den einschneidenden Verlust von Vertrauen und Sicherheit eingegangen werden? Wie kann die Schule ein sicherer Ort sein? Welche Hilfsmittel eignen sich speziell gut im Umgang mit belasteten Kindern? Was können die Chancen, aber auch die Risiken und Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit sein?

Termin: 21./22. Februar 2020

DozentInnen: Marianne Herzog, Silvan Holzer

 

 

resilienz_in_der_psychotherapie_rosmarie_barwinski

Bei Klett-Cotta gerade erschienen:

Resilienz in der Psychotherapie

Entwicklungsblockaden bei Trauma, Neurosen und frühen Störungen auflösen

von Rosmarie Barwinski

Um Resilienz zu fördern, müssen Patienten gezielt dort unterstützt werden, wo ihre Entwicklung stagniert oder partiell misslingt. Im Buch wird ein Stufenmodell entworfen, das die Förderung und Hemmung von Entwicklungsprozessen auf unterschiedlichen psychischen Funktionsebenen erklärt. Die Autorin geht von einem dialektischen Verständnis von Veränderung aus und entwickelt Methoden, wie in Psychotherapien konkret mit Widersprüchen in zwischenmenschlichen Beziehungen gearbeitet werden kann. Sie zeigt auf, wie TherapeutInnen und BeraterInnen ihren Patienten gezielt helfen können, Krisen konstruktiv zu meistern und Veränderungsprozesse anzustoßen.

Es geht darum, krankmachende Prozesse in seelische Stärke umzuwandeln und Strategien zur Förderung von Resilienz zu entwickel nach dem Motto: Ohne Vulnerabilität keine Resilienz. Zu diesem Zwecke hat die Autorin ein 5-Punkte-Programm entwickelt, in dem sie zeigt, wie Schritt für Schritt das Ziel erreicht werden kann. Ziel ist nicht die Behandlung von Symptomen, sondern die Auflösung von Entwicklungsblockaden, um die Selbstheilungskräfte des Patienten zu reaktivieren.

Das Buch zur Psychotherapie von Traumafolge-Erkrankungen und anderen psychischen Störungen mit dem vorgeschlagenen Stufenmodell und dem 5-Punkte-Programm von Rosmarie Barwinski beschreibt schulenübergreifend, wie konstruktive Veränderung in der Psychotherapie und damit Resilienz gefördert werden kann.

Im Buch werden die wichtigsten Konzepte der vom SIPT angebotenen Fortbildungen mit Beispielen aus der Praxis in Form von Übungsanleitungen vermittelt.

Das Buch Resilienz in der Psychotherapie von Rosmarie Barwinski bei Klett-Cotta